Die Lerche stirbt und singt dazu

Bedroht: die Feldlerche. (Foto: Manfred Delpho)

Die Feldlerche ist als bedrohter Vogel zum zweiten Mal nach 1998 »Vogel des Jahres«. Manche schreiben, sie sei »Preisträger«. Ich denke, sie hat eher die Arschkarte.

Nun, die Lerche weiß davon nichts und stirbt einfach so aus, wenn auch nicht gleich. Dazu singt sie sogar noch sehr schön.

Auffällig ist, dass fast immer auf eine verfehlte Landwirtschaftspolitik verwiesen wird, wenn es um verschwindende Insekten und bedrohte Vogelarten geht. Das ist natürlich nicht falsch, aber eben auch nicht die ganze Wahrheit.

Sieht grün aus, ist aber dennoch lebensfeindlich.

Tatsächlich fallen Insekten und Vögel eher einer verfehlten Energiepolitik zum Opfer. Sie finden in den für Energiepflanzen bewusst und staatlich gefördert angelegten Maiswüsten und Raps-Todeszonen1)… und das wird noch viel schlimmer keine Nahrung mehr – oder werden von den daraus aufragenden Energieindustrie-Rotoren geschreddert. Selektion durch angebliche Ökologie. Heuchelei in grün.2)Die Wiederkehr des Nitratproblems gehört ebenfalls in diesen Themenkreis.

Wer sich da etwa aus Überzeugung und als anerkannter Naturexperte für den Rotmilan einsetzt, der neben den Störchen und dem Seeadler3)zum Beispiel hier besonders häufig den Energieindustrie-Rotoren zum Opfer fällt, der wird dann schon mal von der windkraftaffinen Leitung der Unteren Landschaftsbehörde seines Heimatkreises genötigt, bei Vorträgen zu den Rotmilanen die Gefahren der Windkraft-Rotoren für Vögel und Fledermäuse nicht so hoch zu hängen und bei den Gegnern von Windkraftanlagen am besten gar nicht zu erwähnen. Sonst werde die weitere Zusammenarbeit mit ihm als Natur- und Tierfilmer doch erschwert.

Man darf das eine unverschämte Erpressung nennen. Die aber nicht funktioniert hat.

Bedrohen und vergrämen können die Aktivisten sowieso gut.

Von einem Windanlagen-Rotor brutal getöteter Rotmilan. »Schwund ist überall«, sagte mir mal ein praktizierender Grüner, einer aus der Elektro-Fraktion.

Der Zusammenhang4)Monokulturen für Biomasse 5)Mit Ökoenergie in die Maiswüste 6)Hoch subventionierte Umweltvernichtung ist nicht neu, wird aber in den aktuellen Meldungen über die »Preisverleihung« peinlich verschwiegen. Man muss schon die oben verlinkte Original-Mitteilung von NABU und LBV lesen. Und selbst darin findet sich keine eindeutige Benennung dieses Teils der Verantwortlichkeiten.

Wissenschaftler nehmen da weniger politische Rücksicht: Stille über den Feldern.


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Anmerkungen   [ + ]

1. … und das wird noch viel schlimmer
2. Die Wiederkehr des Nitratproblems gehört ebenfalls in diesen Themenkreis.
3. zum Beispiel hier
4. Monokulturen für Biomasse
5. Mit Ökoenergie in die Maiswüste
6. Hoch subventionierte Umweltvernichtung

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