Gnadenlos sozial

Cybermobbing kann erbarmungslos sein. (Foto: Pro Juventute)

Es hört einfach nicht mehr auf 1)Der Text ist in Englisch, aber das kann ja heute angeblich jeder.

Ja, ja, die ach so *sozialen* Medien. Sie erweitern unsere sozialen Möglichkeiten, oder? Sie beliefern uns mit nützlichen Informationen, nicht wahr? Und sie helfen uns, mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu bleiben, ja?

Leider sind Mobbing und Hetze auch erweiterte Möglichkeiten der sozialen Interaktion. Und »Kontakt« kann letztlich auch ein Peitschenhieb sein. Das Handy ist dabei so etwas wie die Peitschenverlängerung. Sie trifft auch dort, wo man sich eigentlich nicht mehr im unmittelbaren Wirkbereich befindet. Und auch dann, wenn man gar nicht mit den SchlägerInnen zusammen ist.

Natürlich gab es auch früher ähnliche Phänomene – Attacken auf MitschülerInnen und andere missliebige ZeitgenossInnen. Auch Vorgesetzte (m/w) missbrauchen ihre Macht und mobben gern und ausgiebig und ungestraft.

Da ist aber ein entscheidender Unterschied zu »früher«: Es gab halbwegs geschützte Räume. Wer sich räumlich entzog, hatte zunächst, vorübergehend mal Ruhe vor Herabsetzungen, Hänseleien und Schikane. Das ist heutzutage völlig anders. Es hört einfach nie mehr auf. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Gnadenlos.

Es gibt aber nach meiner ganz frischen Erfahrung Eltern, die von dem Problem nichts wissen wollen, es nicht verstehen und kleinreden. Bis es ihnen dann krachend auf die Füße fällt.

Wenn ich daran denke, was diese angeblich unverzichtbaren technisch-kulturellen Errungenschaften uns und unseren Kindern und Enkelkindern antun, wird mir angst und bange.

Und Cybermobbing ist dabei nicht das einzige Problem. Dass schon Achtjährige (m/w) wissen, was ATM bedeutet und wie das geht, ist auch das enorm besorgniserregend.

Leave Facebook. Quit Instagram. Drop Whatsapp. Now.


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Anmerkungen   [ + ]

1. Der Text ist in Englisch, aber das kann ja heute angeblich jeder.

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